Ulrike Rosenbach (* 1943) studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Bobeck, Norbert Kricke und Joseph Beuys.

Von 1989 bis 2007 war sie Professorin für Medienkunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und lehrte an namhaften europäischen und internationalen Kunstinstituten u. a. an dem berühmten California Institute of Arts (CAL Arts), Los Angeles.

Durch ihr Studium bei Joseph Beuys entstanden erste Kontakte zur Happening- und Fluxusszene der siebziger Jahre.
Seit 1972 ist ihr bevorzugtes technisches Medium Video. 1972 produzierte sie auch ihre erste Live- Aktion /Performance.
Ihre frühen Performancearbeiten im closed-circuit Stil fanden internationale Anerkennung und sicherten ihr einen Platz unter den besten internationalen Avantgardekünstlern.

Ihre Performancekunst, die sie in London, Venedig, Wien, Melbourne und anderen internationalen Städten realisierte, ließen sie in kürzester Zeit zu einer der bekanntesten Künstlerinnen dieses Genres werden.

Mit ihrem künstlerischen Werk entwickelt Rosenbach seit 1970 ein bedeutendes Spektrum von politischen/feministischen Kontexten mit den Anfang der siebziger Jahre innovativen künstlerischen Medien Videokunst, Fotokunst, Performancekunst und multimediale Installation.

Ulrike Rosenbach hat sich immer als politische Künstlerin verstanden, sie setzte sich besonders für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen im internationalen Kunstbetrieb ein. Bereits 1969 gründete sie ihre erste Künstlerinnengruppe und nahm 1970 an der historischen amerikanischen Ausstellung "1000 miles from here" (Kuratorin: Lucy Lippard) teil.

Eine ihrer größten Medienarbeiten für 94 Monitore zum Thema wurde 1993/94 die analog produzierte Videoarbeit "Das Bild der Frau in der Nachkriegszeit" für das „Haus der Geschichte,“ in Bonn.

Heute ist der Mittelpunkt ihres künstlerischen und politischen Interesses fokussiert auf den Zusammenhang von Mensch, Geist und Natur, in einer Zeit, in der die damit verbundenen Werte zu verschwinden drohen. Die große Intensität mit der Rosenbachs künstlerische und gesellschaftliche Aktivitäten ausgestattet sind, gibt ihren Arbeiten ihre außergewöhnliche Ausstrahlung und Bedeutung, macht sie sowohl zu einer bemerkenswerten Lehrerein der jüngeren Künstlergeneration als auch zu einer Künstlerin deren Mut und Herausforderung unnachgiebig und ständig auf die notwendige Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen hinweist.

Seit 2016 ist Ulrike Rosenbach Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Sektion Bildende Kunst.


Fotonachweis:
Klaus vom Bruch, 1976
Ulrike Rosenbach

Fotonachweis:
© Renate Brandt, 2011